Zielkonflikte

 

Die Logistik stellt sich in der heutigen Zeit immer neuen Herausforderungen. Der klassische Zielkonflikt zwischen Kostenminimierung und herausragender Qualität der logistischen Leistungen besteht dabei fort. Durch das Aufkommen und den Erfolg der E-Commerce und des Online Versandhandels haben sich die Anforderungen an die Logistik weiter verschärft. Die Kunden erhöhen ihre Bedürfnisse und erwarten schnellere Lieferungen von tendenziell kleiner werdenden Sendungsgrößen und das bei niedrigsten Kosten. Die Logistik ist dabei, als ein Bestandteil der 4P des Marketings, von einem Kostentreiber im Unternehmen zu einem Wettbewerbsfaktor geworden.

 

Herausragende Logistik bringt Kundenzufriedenheit und sorgt im Endeffekt für Gewinn im Unternehmen wenn es die Verantwortlichen schaffen das Verhältnis aus Nutzen und Kosten zu maximieren. Denn die Kunden kaufen, bei Unternehmen die ähnliche Produkte anbieten, dort, wo sie ihre Ware am nächsten Tag in der Hand halten. Schnelligkeit lautet die Devise, doch das alles unter dem Stichwort der Nachhaltigkeit. Green Logistik ist der Slogan, der in der heutigen Zeit immer mehr in das Bewusstsein der Konsumenten rückt.

 

Hier ergibt sich ein neuer Zielkonflikt, denn schnelle Lieferungen von Sendungen mit wenigen Auftragspositionen gehen zu Lasten der Fahrzeugauslastung, was wiederum bedeutet, dass der CO² Ausstoß pro Produkt steigt. Nachhaltig wäre aber laut Definition ein geringer Carbon Footprint beim Transport. Um dies zu erreichen bedarf es einer hohen Auslastung des knappen Transportraumes. Um jedoch hohe Auslastungen zu erreichen müssten die Logistiker die Kundenaufträge sammeln, bis das Transportmittel ausgelastet ist. Das wiederum hat zur Folge, dass die Response Time für die Kunden steigt.

 


Typische Zielkonflikte der Logistik sind:

 

  • Kosten minimieren und Qualität erhöhen
    • entweder man ist günstig oder man ist der Beste
  • Bestände senken und Verfügbarkeit erhöhen
    • entweder ich habe viele Waren und kann direkt zum Kunden liefern oder ich habe wenige Waren und der Kunde muss evtl. warten bis seine Bestellung gefertigt wurde
  • schnelle Lieferung und optimale Ausnutzung der Transportkapazitäten
    • bei schneller Lieferung kann in der Regel nicht gewartet werden bis der LKW voll ausgelastet wird, zur Not muss er halb leer fahren
  • schnellstmögliche Lieferung und Senken des CO² Ausstoß
    • je schneller der LKW fährt umso mehr CO² wird ausgestoßen
  • Just in Time liefern und Risiko auf Verspätung minimieren
    • Jit erlaubt keine Puffer in der Planung und erhöht so dass Risiko einer Verspätung (z.B. durch Stau)
  • Fehler in der Kommissionierung senken und Investitionskosten senken
    • will ich Fehler vermeiden, muss ich in Kommissioniertechnik investieren
  • Variantenvielfalt (bei Produkten) erhöhen und Lagerbestände minimieren
    • viele Varianten benötigen viele (Sicherheits-)bestände
  • Fuhrpark reduzieren und flexibel auf alle Kundenanforderungen reagieren
    • wenige LKW fahren ihre definierten Routen, so dass für Abweichungen von diesem „Standard“ einfach keine freien LKW zur Verfügung stehen

 

siehe hierzu auch: