Distribution

Die Distribution befasst sich mit allen Aufgaben und Tätigkeiten die dafür sorgen, dass die Ware zum Kunden gelangt. Heutzutage erwarten die Kunden zunehmend kürzere Lieferzeiten. Wer also am Nachmittag bei eBay oder Zalando bestellt, der erwartet, dass DHL oder der entsprechende Paketdienst die Ware schon am nächsten Tag liefert und das am besten noch zu niedrigen Versandkosten. Dass dahinter eine aufwändige und schweißtreibende Distributionslogistik steckt, ist vielen nicht bewusst.

 

Ein Blick in die Arbeitsweise bei der Post verdeutlicht den Aufwand der hinter einer solchen Paketzustellung wirklich liegt. Nachdem der Kunde Schuhe bestellt hat, werden diese im Versandlager verpackt und versandfertig gemacht. In der Regel werden die fertigen Pakete im Laufe des Nachmittags durch die Post abgeholt. Nun beginnt die Reise. Alle Lieferwagen der Post liefern im Verteilzentrum an und werden von Mitarbeitern entladen. Nun muss alles ganz schnell gehen. Die Pakete werden nach Empfangsgebieten sortiert und auf die entsprechenden Transporter oder LKW verladen, die gleich wieder starten. Das Ganze geschieht innerhalb kurzer Zeit, sodass das Paket im besten Fall noch am gleichen Tag das nächste Verteilzentrum erreicht. Hier wird dann nochmals entsprechend der Zustelltouren der einzelnen Fahrer sortiert und mit ein bisschen Glück sind die Schuhe schon am nächsten Tag angekommen.

 

Die Distributionslogistik hat wiederum mit eigenen und spezifischen Problemen und Fragestellungen zu kämpfen. Beispielsweise steht die Frage im Raum, ob ein Industrieunternehmen die Versorgung der Filialen des Handels übernimmt oder nicht. Im Zweifelsfall kann die Gestaltungsmacht der Supply Chain durchaus auch beim Handel liegen. In diesem Fall würde aus der Distributionslogistik der Industrie eine Beschaffungslogistik des Handels. Also anstatt beliefert zu werden übernimmt der Handel selbst den Transport und fährt Abholungen, um so wieder eigene Optimierungen vornehmen zu können, wie beispielsweise die koordinierte Belieferung seiner Filialen um beispielsweise Wartezeiten und somit Kosten zu reduzieren.

 

Die Frage nach der Art der Belieferung stellt sich den Unternehmen noch in anderer Hinsicht. Unterschieden wird zusätzlich nach einstufigen oder zweistufigen Transport. Gegeben sei hier eine Belieferung von unternehmenseigenen Filialen durch die Produktion.

 

 

Im einstufigen Fall beliefert das Unternehmen seine Filialen direkt je nachdem wie der Bedarf in der Filiale ist. Die Waren werden im Zentrallager vorgehalten und der LKW fährt bei Bedarf und bringt Nachschub. Hier ergeben sich Probleme. Da der Nachschub eng an die Bedarfe der Filialen gekoppelt ist, kann es dazu führen dass LKW nicht optimal ausgelastet werden und beispielsweise halb voll zur Filiale fahren, vom Rückweg mal ganz abgesehen. Dadurch das jedoch nur eine Lagerstufe vorhanden ist spart das Unternehmen Fixkosten für zusätzliche Gebäude, Mitarbeiter und Equipment. Die Einsparungen auf Lagerebene führen also zu Mehrkosten durch erhöhte Transportkosten. Hier erkennt man den klassischen Trade off der Logistik.

 

Im zweistufigen Fall findet die Belieferung der Filialen nicht direkt statt sondern über ein Regionales Zwischenlager. Der Sachverhalt ist nun folgender, die Filiale wird mit Nachschub aus dem Regionalen Lager beliefert. Kürzere Nachschubtouren sind die Folge, da die Waren dezentral und nahe bei der Filiale vorgehalten werden. Gefahren bestehen durch mögliche Fehlallokationen, also dass die richtigen Güter im falschen Regionallager liegen. Vorteile ergeben sich durch die Entkopplung von Nachfrage und Nachschub, denn die Versorgung des regionalen Lager kann in regelmäßigen Abständen mit voll ausgelasteten LKW erfolgen, von dort Erfolg dann die Belieferung des Kunden. Hier stehen die Kosten mehrerer Lagerstufen und der damit verbundene Mehraufwand einer besseren Auslastung der Transportkapazitäten gegenüber. Der Trade Off ist im Prinzip gleich, nur dass die Kostenverteilung in diesem Fall eine andere ist.